11.2021 Neue Arbeit in der Residenz des Schauspiel Leipzig

Im Herbst werden wir in der Residenz vom Schauspiel Leipzig arbeiten, dem wunderbaren Spielort in der ehemals größten Baumwollspinnerei Europas. Unter dem (Arbeits)Titel „Auflösung / Resonanz“ geht es um Auflösung als zentrale Erfahrung des Jahres 2020 – von der Auflösung unseres privaten Sicherheitsgefühls bis zur Auflösung des mechanistischen Weltbilds. Also im Wesentlichen um die Auflösung der Welt, wie wir sie kennen.

Man könnte ein großes dystopisches Drama daraus machen, aber doublelucky productions empfiehlt zuversichtlich Resonanz als Alternative. Wenn alles sich auflöst, sollten wir ausnahmsweise keine Ausnahme bilden und uns auch auflösen. Angefangen mit der eigenen, menschlichen Hybris. Dann Dominanz durch Resonanz ersetzen und in eine wechselseitige Beziehung treten mit allem, was uns umgibt: Tiere, Pflanzen, Pilze, Mikroben, Mineralien, Wetter, Winde, Steine, Silikon und Daten. Wir erweitern unsere Vorstellung vom Lebendigen über das Organische zum Anorganischen bis hin zum Digitalen. Wir vergrößern das Ökosystem horizontal. Wir interagieren mit der Residenz als lebendigem Organismus, begrüßen das Publikum als komplexe Materie und werden euphorisch Teil des verborgenen Stoffwechsels.

Die Premiere der performativen Installation wird am 25. November 2021 stattfinden. An den kommenden Wochenenden werden wir verschiedene Gäste in der Installation begrüßen, die zu ähnlichen Themen arbeiten.

Hier zur Ankündigung des Programms im Spielzeitheft des Schauspiel Leipzig.

 

12.–25.06.2021 „Wachen/Schlafen/Atmen“ im Klub Solitaer, Chemnitz

Im Rahmen des Festivals Träum weiter! vom Klub Solitaer in Chemnitz zeigen doublelucky productions eine Installation im Schaufenster des Kulturraums Lokomov. Am 12. Juni eröffnen wir „Wachen/Schlafen/Atmen“ um 21:30 Uhr mit einer kleinen Performance bei geöffneten Fenstern und schauendem Publikum auf dem Trottoir. (Wir träumen in Sommernächten gern auf französisch.)

12. – 25. Juni 2021
Klub Solitaer, Augustustburger Str. 102, 09126 Chemnitz

 

20.-22.05. 2021 „A scroll through Garden of Tangled Data“ bei der re:publica

„A Scroll through the Garden of Tangled Data“ ist zur re:publica 21 eingeladen. Das freut uns sehr, dass auch die Netzcommunity Interesse an unserem Versuch der Vegetalisierung von Daten hat. Das Thema der Konferenz, die dieses Jahr ausschließlich online stattfindet, lautet „In the Mean Time“ und ist, selbstredend, ein Gruß an Corona. Genau dafür aber ist der Garten gut: aus gemeiner Zeit eine gemeinsame zu machen, beim Lustwandeln im Community Garden, wo Algorithmen für alle und allein für die Schönheit blühen.

#rp21-Off Stage-Programm

07.-14.04.2021 „Atmen“ im CLB Berlin

Alles Leben atmet. Eine Lunge ist dafür nicht nötig. Pflanzen atmen, obwohl sie keine Lunge haben. Daten atmen, obwohl sie keine Lunge haben. Atmen heißt, Materie zirkulieren zu lassen, die Welt ins Innere aufzunehmen und verändert wieder nach Außen abzugeben: sich mit der Welt zu mischen.

Im Schaufenster des CLB am Berliner Moritzplatz zeigen doublelucky productions mit „Atmen“ eine Videoinstallation, die stets neue Bilder von ihrer Umgebung aufnimmt und diese Bilder verändert in die Umgebung zurückgibt. Das Video atmet. Daten, Betrachtende und Umgebung mischen sich. Eine neue Atmosphäre entsteht.

Teil der Installation ist ein Soundtrack, der über einen QR-Code aufs Smartphone geladen werden kann.

07.-17. April 2021, 24h/Tag
Schaufenster
CLB Berlin im Aufbau Haus, Prinzenstr. 84.2, 10969 Berlin

„Atmen“ entstand im Rahmen von #kunstausbruch der Stiftung Kunst und Natur. Dank an das CLB Berlin für die großzügige Unterstützung.

07.–13.04.2021 #kunstausbruch

Auf Einladung der Stiftung Kunst und Natur beteiligen sich doublelucky productions an der Aktion #kunstausbruch, die im April deutschlandweit Kunst im öffentlichen Raum zeigt.

Ostern wird kreiert, nächste Woche präsentiert. Bild, Text, Sound. Im Schaufenster der Galerie CLB am Moritzplatz in Berlin. An der Bushaltstelle vor dem Kreisverkehr. Weitere Infos folgen.

An #kunstausbruch beteiligte Künstler*innen: Dalibor Markovic (Frankfurt/Main), Katharina Bach (deutschlandweit), Marina Rodriguez (Berlin), Jan Wagner (Brandenburg), Studierende der Theaterakademie August Everding (München), Sophia Schama (Berlin), Marie Donike & Johannes Specks (Köln), Eveline Petersen-Gröger (Hamburg), Anne Schülke und Detlef Klepsch (Düsseldorf), Robert Weissenbacher (München), Aian Keser (Hamburg), Rainer von Vielen (Allgäu), LBT (München), Jelena Kuljic (Berlin/München), Julian Warner alias Fehler Kuti (München), Peter Schwalm (Frankfurt am Main), Christian Felix Benning (München), Tanja Kodlin (Köln), Betty Mü und Tanja Hirschfeld (München), doublelucky productions (Berlin), Mareike Steffens (Kassel), Antje Blumenstein (Berlin)

25.03.– 01.04.2021 „A scroll through the Garden of Tangled Data“, HAU Berlin

Am 25. März geht unsere erste komplett digitale Arbeit online: eine narrative Website, entstanden für Spy on me #3: New Communities am HAU Berlin.

Geplant als performative Installation „Garden of Tangled Data“, wird aufgrund von Corona A scroll through the Garden of Tangled Data daraus – was sich daraus erklärt, dass es eine Parallax-Website ist. Durch die man scrollen muss. Darf!

Lange genug wurde die Vegetation vermessen und datafiziert – wir vegetalisieren Daten. Wir bestellen ein alternatives Ökosystem befruchtender Koexistenz von Technologien, Pflanzen und uns. Es ist wie in jedem Garten: Alles lebt und niemand ist alleine.

Vom 25. März bis 1. April erreichbar über HAU 4.
Der Eintritt zum Garten ist kostenlos.

20.03.21 Lecture Seoul, Korea

Am Samstag, den 20. März geben wir eine Lecture beim interdisziplinären  Virtual Station Festival Seoul – needless to say, dass wir eigentlich hätten hinfliegen sollen und eine Performance live zeigen, dies aber coronabedingt abgesagt wurde. Wir werden die Lecture nun nutzen, Einblicke in unsere neue Arbeit A scroll through the Garden of Tangled Data zu geben, die kurz darauf im Rahmen des Spy on me #3 Festivals am HAU gezeigt wird – online.

Mit der Performance True You (we know how you feel) sind wir dann für den Herbst leibhaftig nach Korea eingeladen. Well … let’s keep our fingers crossed.

Berlin/Seoul, 20. März 2021

Das Mission Statement der Virtual Station:

Body, time, space, city, community—these concepts that comprise the core agenda of contemporary art and critical thinking were born in modernity. Today, they are going through a radical metamorphosis through the rapid development of technology. The ecology of relationships where subjectivity had comfortably resided is destroyed and a new web of information is replacing the body and desire. The sense of time and space are fragmented and exchanged for flat information. Information functions as capital. While public spaces continue to sink deeply into the speed of the capital, what can art do?
If art can play a role for the public space, perhaps it is to create a public arena where such discourses can actively and openly take place, inviting artists to suggest perspectives and agendas that help us to view the world through a sharper and more critical lens.
‹Virtual Station› reflects technology from the ruins of modernity. The festival peers into the trajectories of change triggered by technology and discovers seeds of new senses that leap beyond the obsolete myth.

Die Lecture und das anschließende Q&A wurden aufgezeichnet. Achtung: Das Video beginnt erst nach 37’35 Minuten, also vorspulen.